Wer ist schon psychisch gesund?

Expertenmeinung zum Thema psychische Gesundheit

Sind wir psychisch eigentlich gesund? Können wir uns selbst richtig einschätzen? Wer sagt, was gesund ist und was nicht? Das sind Themen, über die ich mit Dipl.-Psych. Tobias Söldner immer wieder beim Mittagessen rede. Da ich es für sehr interessant halte, was Tobias so sagt, habe ich ihn gebeten, seine Gedanken mal auf Papier, pardon, Bildschirm zu bringen.

Tobias, vielen Dank für Deine Zeit! Was meinst Du, sind Menschen in der Regel psychisch gesund?

“Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Was bedeutet denn für Dich Gesundheit? Wenn es lediglich die Freiheit von körperlichen Beeinträchtigungen wäre, dann wäre die Sache ja recht einfach. Man nimmt das ICD-10 (ein Buch zur Klassifikation von Krankheiten), blättert ein wenig, und entweder hat man dann eine Grippe, oder man hat keine. Wenn man psychische Gesundheit in die Rechnung mit einbezieht wird es auf einmal wesentlich komplizierter; denn die ist zu erheblichen Teilen lediglich das, was von den Betroffenen selbst und der sie umgebenden Gesellschaft als “normal” oder “gesund” akzeptiert wird.
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IGeL: Geschäft mit der Angst?

IGeL bedeutet Individuelle Gesundheitsleistung und ist genau die Leistung, die ich als Patient privat bezahlen muss.

ZDF hat hierzu in der Sendung Frontal einen interessanten Videobeitrag, in dem vorgebracht wird, dass mit der Angst der Patienten gespielt wird und auf diese Weise Kasse gemacht wird.

Hier gehts zum Beitrag!

Habt ihr Erfahrung damit gemacht? Dann freue ich mich auf Kommentare!

Bei meinem Arzt Dr. Franke aus Creußen habe ich eher gegenteilige Erfahrung gemacht: Er ist sehr zurückhaltend mit Arzneimitteln und Behandlungen und setzt in vielen Dingen eher auf die körperlichen Abwehrkräfte -dauert manchmal länger, dafür aber ohne Zusatzmittelchen… Naja, wohl geschmacksache. Ich bin jedenfalls mit meinem Hausarzt zufrieden! Nur wenns wirklich nötig ist, zB bei Bakterieninfektionen, wirds chemisch. Bei IGeL ist er genauso zurückhaltend und erklärt Vor- und Nachteile, vielfach auch, dass er an das eine oder andere nicht wirklich glaubt, mir das auf Wunsch natürlich gerne gibt, aber er eben keine Notwendigkeit sieht…

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MyMüsli: schlaues, individuelles Frühstück (Gastbeitrag)

Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages

Müsli InhaltKomplexe Kohlenhydrate sind wichtig, kombiniert mit hochwertigem Eiweiß. Ein Müsli ohne zugesetzten Zucker, aus vollem Korn zusammen mit Milch oder Joghurt bietet all das. Die Idee „individueller Müslis“ begeisterte und musste probiert werden.
Der Bestellprozess war einfach. Schön wäre, wenn die Müslibasis-Zutaten gleich eingeblendet würden. Der Klick auf „mehr Infos“ ist einer zuviel. Gespannt warteten wir – zwei Wochen. Etwas lang, aber wie sagt man „gut Ding will Weile haben“. Nun sind sie da, zwei große Müsliröhren.
Mix 1 Basic Frucht: White Plains (Dinkelflocken, Buchweizen, Amaranth), Mango, Sauerkirschen, Kürbiskerne, Pinienkerne, Cranberries, Alfalfa
Mix 2 Feiger Apfel: Qi (Sojaflocken, Reisflocken, Buchweizenflocken), Aprikosen, Haselnusskerne, Feigen. Walnusskerne, Apfelstücke

Der äußere Eindruck: die Aufreißlasche hat noch Optimierungsbedarf (sie riss ab). Drin ist viel. Im Gegensatz zu den meisten Müslis eben nicht nur massig Haferflocken.
Der Geschmack: Lecker. Schmeckt nach dem was drin ist, nicht süß, sondern sehr natürlich. Und es sättigt schnell.

Müsli Feiger ApfelWie sieht es mit den Kalorien aus?
Schwer zu sagen, weil nix auf der Packung steht. Wir wiegen und rechnen (Grobwerte).
Feiger Apfel eine Schale ca. 136 g Müsli-Mix mit 150 ml fettarmer Milch
Milch (1,5% Fett) 150 ml 72 kcal
WhitePlains (98g) – Aufteilung Zutaten geschätzt
Dinkelflocken 60g 194.4 kcal
Buchweizen 28g 95.20 kcal
Amaranth 10g 36.50 kcal

Mango 4,5 g 17.64 kcal
Sauerkirschen 11,6 g 33.29 kcal
Kürbiskerne 5,7 g 31.92 kcal
Pinienkerne 6,5 g 43.81 kcal
Cranberries 9,0 g 17.95 kcal
GESAMT 542,7 kcal
Müsli Basic Basic Frucht eine Schale ca. 136 g Müsli-Mix mit 150 ml fettarmer Milch
Milch (1,5% Fett) 150 ml 72 kcal
Qi (86 g) – Aufteilung Zutaten Mix geschätzt
Sojaflocken 35g 121,5 kcal
Reisflocken 35g 120,8 kcal
Buchweizenflocken 16g 54,4 kcal

Aprikosen 12,4 g 22,2 kcal
Haselnusskerne 6,7 g 43,7 kcal
Feigen 10,5 g 29,8 kcal
Walnusskerne 10,4 g 68,6 kcal
Apfelstücke 10,2 g 30,4 kcal
GESAMT 563,4 kcal

Vollwertige Kalorien für ein Energie spendendes Frühstück. Mit einer intelligenten Wahl der Zutaten kann der Kaloriengehalt selbst beeinflusst werden: Schoko-Zutaten und Gummibärchen weg lassen, bei Nüssen und getrockneten Früchten Maß halten. Wir waren von der Schale sehr gut bis zum Mittag essen satt.
Fazit: ein gesundes, natürliches Frühstück mit vielen guten Zutaten, ohne zusätzlichen Zucker und Konservierungsstoffe. Ausprobieren.

MyMüsliSchlaue Wahl: Kalorien-Entscheidungshilfe der Extra-Zutaten für Figurbewusste
Trockenfrüchte (gerechnet für 7 g Durchschnittswert ca. 1 Schale Müsli):
getrocknete Mango 13.72 kcal
Cranberries 22.05 kcal
Ananasstücke 20.44 kcal
Apfelchips 20.86 kcal
Aprikosen 16.80 kcal
Bananenchips 32.83 kcal
Datteln 19.32 kcal
Feige getrocknet 19.88 kcal

Nüsse / Kerne (gerechnet für 7 g Durchschnittswert ca. 1 Schale Müsli):
Pinienkerne 47.18 kcal
Walnusskerne 46.20 kcal
Haselnusskerne 45.92 kcal
Cashewnüsse 39.76 kcal
Kokoschips / Raspel 42.28 kcal
Kürbiskern 39.20 kcal
Macadamianüsse 47.32 kcal
Mandeln 41.86 kcal
Paranusskerne 47.60 kcal
Pistazienkerne 40.60 kcal
Sonnenblumenkerne 40.60 kcal

Ein ganz Danke an die Autorin dieses Gastbeitrages

Peggy Reichelt. Gründerin & Geschäftsführerin von amapur. Mehr auf Ihrem Blog unter http://www.amapur.de/blog.

Ich habe Ihre Seite auch in unsere Links aufgenommen unter Diätblog. Viel Spaß!

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Ein entspannter Geist ist ein freier Geist (Gastbeitrag)

Heute schon mal eine Weile nichts getan?

Alleine die Vorstellung sich hinzusetzen und eine kleine Weile, 5 Minuten, 10 Minuten oder gar 15 Minuten, schlichtEntspannung NICHTS zu tun klingt in den Ohren vieler Menschen geradezu aberwitzig. Es gibt so viele Aufgaben, Anforderungen von innen und außen und Ziele, die zu erreichen sind. Und sich dann hinzusetzen und einfach nichts zu tun?

Wenn ich merke: “Ich tue nichts!” dann ist das schon fast mit Erschrecken verbunden. Irgendwie fühle ich mich sogar schuldig einfach so untätig zu sein. Was ist mit meinen Zielen und Aufgaben die es zu erreichen gilt? Tue ich nichts, bin ich doch gar nicht “dran” am Puls dessen, was um mich herum los ist.

Irgendwie wissen wir alle im Zeitalter eines boomenden Wellnessmarktes, dass wir Pausen brauchen. Ruhezeiten, in denen wir uns körperlich und geistig erholen können. Aber selbst mit dieser allgemeinen Erkenntnis bleibt tief in mir ein unbehagliches Gefühl, wenn ich mich – vielleicht sogar mitten im Arbeitsalltag – zurückziehe und Entspannung suche.

Was ist das eigentlich: “Entspannung”?

Ein entspannter Geist ist ein freier GeistSchwätzchen halten, oder abends dann mit einem guten Glas Wein einen schönen Krimi im TV schauen. Finde ich ganz prima und tue ich auch gerne. Aber für mich selber bezeichne ich das als Relaxen. Das Wörtchen Entspannung habe ich für etwas anderes reserviert. Denn Entspannung ist für mich die Fähigkeit, mich auch dann in die Ruhe zu bringen, wenn die äußeren Umstände gerade alles andere als “Ruhe” anzeigen.

Es geht also um eine Fähigkeit. Fähigkeiten sind Dinge, die wir können oder aber die wir erworben und erlernt haben. In der Entspannung gibt es tatsächlich Naturtalente. Menschen, die einfach im größten Stress völlig ruhig bleiben und zügig und geregelt ihre Aufgaben erledigen können. Für uns alle anderen vermutlich 98% der Bevölkerung ist diese Fähigkeit etwas, das uns nicht die Wiege gelegt ist, sondern um die wir uns bemühen müssen. Die Fähigkeit zur Entspannung ist erlernbar. Wie ich finde eine durchaus tröstliche Nachricht. Denn wir können etwas tun um Entspannung zu lernen.

Die Mediziner haben übrigens noch ein anderes Konzept von Entspannung. Hier unterscheidet man vegetative, hirnelektrische und auf innere Reize (z.B. Dehnungsrezeptoren) reagierende Entspannungskomponenten. Also messbare Faktoren, an denen man Entspannung körperlich festmachen kann.

Was nützt denn “Entspannung”?

Hier ist die Liste, die ein Mediziner aufstellen würde, lang. Entspannung wird als Therapie gegen Bluthochdruck,Gastbeitrag 3 zu Ein entspannter Geist ist ein freier Geist koronare Herzerkrankungen, Asthma, Schmerzen, sexuelle Funktionsstörungen und viele andere körperliche Probleme eingesetzt. Bei psychischen Problemen sind es z.B. Angststörungen, leichte bis mittelgradige depressive Störungen und allgemeine stressbedingte Probleme.

Die Entspannungspädagogen nutzen die erlernte Entspannung vor allem zu einem Zweck: In die Ruhe führen. Und dann wird es spannend!

Wohl jeder Mensch kennt diese Tage. Vielleicht zu spät aufgestanden, Kaffeetasse umgestürzt, über die ganze Hektik Unterlagen liegen gelassen, die Nerven bis zum Zerreißen gespannt … so ein unentspannter Tag ist in aller Regel schon von Anfang an einer, den man abhaken kann.

An anderen Tagen ruht man in sich selber. Selbst wenn die Kaffeetasse vielleicht umfällt, wischt man die Sauerei weg und und gut ist. Man kommt erst gar nicht in die Hektik, und an diesem Tag bleiben vermutlich auch die Unterlagen nicht liegen. Es gibt an diesen Tagen einfach mehr Gelassenheit, die Arbeit geht flott und unaufgeregt von der Hand und irgendwie ist alles erfolgreicher.

Der gestresste, unruhige Geist reagiert auf alles, was ihm begegnet. Das – und wer hätte das nicht in der einen oder anderen Weise – Chaos rundherum macht ihn noch unruhiger. Er kann sich von den Dingen, die ihn ärgern und zusetzen, nicht lösen. Der unruhige Geist ist irgendwo gefangen in den Dingen.

Ein entspannter Geist ist ein freier GeistDer ruhige und entspannte Geist beschäftigt sich weniger mit dem Chaos rundherum, sondern kann sich mit Aufmerksamkeit den Dingen widmen. Das kann er, weil der entspannte Geist im Gegensatz zum unruhigen Geist nicht so abhängig von den Dingen ist, die ihn umgeben. Der entspannte Geist ist ein freier Geist.

Für berufliche Tätigkeiten gilt das genauso wie für die Beschäftigung mit einem Gesprächspartner oder privaten Aktivitäten. Entspannung wirkt also bei weitem nicht nur körperlich, sondern darüber hinaus auf alle Bereiche des Lebens.

Wie komme ich in die Entspannung?Gastbeitrag 5 zu Ein entspannter Geist ist ein freier Geist

Wenn man nicht zu den vielleicht zwei Prozent “naturentspannten” Menschen gehört, kommt man vor allem durch das aktive Bemühen, Lernen und Trainieren zur Fähigkeit des Entspannens. Und hier sind die Möglichkeiten weit gefächert.

Medizinisch gut untersucht und in ihrer Wirkung für bestimmte Anwendungsgebiete gut bekannt sind z.B. autogenes Training, Meditationsverfahren und die progressive Muskelentspannung. Solche Methoden kann man gut lernen. Es fällt aber vielen Menschen schwer, diese Dinge in das tägliche Leben zu integrieren. Dann sind Systeme, die mehr als nur eine einzige Methode einüben, oft sinnvoller. Yoga, Tai Chi, ZEN-Meditation wären solche umfassenderen Systeme, die zwar aus dem Osten kommen, aber immer häufiger auch in für Westler praktizierbaren Formen zu finden sind.Gastbeitrag 6 zu Ein entspannter Geist ist ein freier Geist

Die medizinische Forschung lehrt, dass sich die zugrunde liegenden Grundlagen, die Wirkungen auf Körper und Geist, in allen Methoden mehr oder weniger entsprechen. Diese Erkenntnis schenkt uns die Freiheit, die Methode oder das System zu erlernen, das am besten zu einem passt. So wird der spirituell veranlagte Mensch vielleicht eher mit einer buddhistischen Meditationsmethode tibetanischer Prägung glücklich und der praktisch / nüchterne Mensch wird seine Entspannungsmethode eher im Autogenen Training oder in der strengen puristischen Sitzmeditation finden, und jemand mit einem hohen Bedürfnis nach Bewegung eher in einer fordernden Form des Hatha-Yoga.

Entscheidend ist es, eine Methode zu wählen, die zu einem passt und die einem das regelmäßige Praktizieren oder Üben erleichtert.

Dann klappt es auch mit der Entspannung. Und Entspannung macht frei! So frei, dass einem 15 Minuten Meditation nicht als unnützes Nichtstun vorkommen, sondern als Grundlage eines gesunden, aktiven, erfolgreichen, freien und selbst bestimmten Lebens.

Ein ganz Danke an den Autor dieses Gastbeitrages

Bernd Franzen

Bernd Franzen. Freiberuflicher Biologe und Entspannungstrainer. Arbeitet im Bereich Entspannung vor allem mit chronisch kranken Menschen und blogged unter http://blog.imalltagleben.de.

Imalltagleben findet ihr auch als “Entspannungsblog” in unseren Links – ab und zu mal vorbeischauen und entspannen!

Bilder (in Reihenfolge des Beitrages): Cornerstone; ro18ger; Melanie Vollmert; Andreas Mäsing; Bodo Schmitt; alle: pixelio.de; afhunta / stockxpert.de

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Brief an den Bundespräsidenten zur Krise im Substitutionsbereich (Suchtmedizin)

Unser 1. Gastbeitrag: Droht eine Krise im Substitutionsbereich?

Suchtmedizin, Substitution – was ist das überhaupt?

Herr Dr. Albrecht Kadauke ist seit über 20 Jahren in diesem Bereich tätig und war damit einer der ersten Suchtmediziner Deutschlands. Ich hatte vor ein paar Tagen die Möglichkeit ihn bei einem Abendessen kennenzulernen und er hat angeboten seinen Brief an den Bundespräsidenten zur Krise im Substitutionsbereich (Suchtmedizin) auf unserem Blog zu veröffentlichen.

Gerne übergebe ich daher das Wort an Herrn Dr. Kadauke:

<Brief Anfang>

“Betr.: Es droht eine Krise im Substitutionsbereich!

Seit vielen Jahren wird ein Teil der Drogenabhängigen substituiert, d.h., sie erhalten eine Therapie mit einem Drogenersatzstoff. Damit können diese Menschen normal leben, sie können arbeiten, am Verkehr teilnehmen, eine Familie / Partnerschaft gründen, glücklich werden. Gleichzeitig ist durch diese Therapie nachweislich die Zahl der Drogentoten und die Zahl der Beschaffungskriminalität drastisch zurückgegangen.

Die Substitutionstätigkeit ist an die sog. Suchtmedizinische Qualifikation gebunden. Strikte Einhaltung der Betäubungsmittelverschreibungs-Verordnung und der einengenden Substitutionsrichtlinien ist Pflicht. Höchstens 50 Patienten darf eine Praxis versorgen. Tägliche Ausgabe, auch an Wochenenden und Feiertagen ist Pflicht in den ersten 6 Monaten einer Behandlung. Urlaubsvertretung nur durch andere substituierende Praxen erlaubt Pflicht (Krankenhaus bewährt sich überhaupt nicht).

Andererseits werden substituierende Ärzte kriminalisiert: Wenn unsere Dokumentation nicht zu 100% stimmt, dann setzt schnell die Strafverfolgung ein. Dies setzt uns substituierende Ärzte dermaßen unter Druck, daß bereits 45 % der Ärzte im KV-Baden-Württemberg-Bereich ihre Substitutionstätigkeit aufgegeben haben. Neue Ärzte kommen nicht dazu.

Zum 30.06.07 gibt ein Kollege am Ort seine Substitutionstätigkeit bei Drogenabhängigen auf.

Was bedeutet das für unsere Stadt?

Auf unsere Praxis kommt eine Zahl von ca. 50 neuen Patienten zu, die wir nicht verkraften können. Die Patienten können nicht auf andere Ärzte verteilt werden, da die meisten Ärzte keine suchtmedizinische Qualifikation haben und keine problematischen Drogenabhängigen in ihrer Praxis haben wollen. Wir können keinen Urlaub mehr machen, da wir keinen Urlaubsvertreter für die Substituenten mehr haben! Und dieser Trend wird sich immer mehr zuspitzen.

Was bedeutet das für die Gesellschaft?

Wenn keine Lösung gefunden wird, kommen wir zu Zuständen zurück, die denen vor der Substitutionszeit ähneln:

Wieder mehr Drogentote, mehr Drogenkriminalität (Beschaffung, Prostitution, dealing), benutzte Spritzen auf öffentlichen Spielplätzen, mehr Verelendung, Menschen im Drogenrausch in aller Öffentlichkeit, Zerstörung der Strukturen, die die Substituierten mittlerweile aufgebaut haben (Arbeitsplatz, Familie, außerszenische Kontakte).

Diese Tendenzen werden zunehmen, wenn immer mehr Ärzte die Substitutionstätigkeit aufgeben werden.

Hier brauchen wir Ärzte Hilfe der Politik!

  • Es geht nicht, daß immer mehr Drogenabhängige von immer weniger Ärzten behandelt werden.

  • Das geht immer mehr über unsere Kräfte (Einsatz an 365 Tagen im Jahr), da Vertretungen durch suchtqualifizierte Kollegen immer mehr wegfallen.

  • Unsere Praxen werden gegen unseren Willen Schwerpunktpraxen Drogenabhängiger

  • Die Drogenszene verdichtet sich in der Arztpraxis immer mehr. Ursprünglich war geplant, daß jeder Hausarzt einige wenige Drogenabhängige substituieren sollte.

Geholfen wäre mit

  • Entschärfung der teilweise nicht nachvollziehbaren Vorschriften, damit die Substitution nicht überall nur behindert wird.

  • Rücknahme der nicht mehr nachvollziehbaren Dokumentationspflichten

  • Rücknahme der zunehmenden Kriminalisierung der Ärzte

  • Entschärfung der rigiden Vorschriften der täglichen Ausgabe.

  • Teildispensierrecht für Ärzte zur Mitgabe über ein Wochenende.

  • Lockerung der Take-Home-Richtlinien.

Praxis Dres. Kadauke / Dr. Theewen
Allgemeinmedizin – Chirotherapie – Akupunktur
Suchtmedizin – Ernährungsmedizin
Sindelfingen
<Brief Ende>
Ich bin mir sicher, dass dieser Beitrag einiges an Klärungs- und Diskussionsbedarf mit sich bringen wird. Ich selbst werde auch noch die eine oder andere Frage stellen.
Vielen Dank an Herrn Dr. Kadauke für diesen ersten Gastbeitrag und das Zurverfügungstehen für die weitere Diskussion.
Hier noch der gesamte Brief als pdf zum Download (inklusive der weiteren Adressaten des Briefes)

Brief_an_Bundespräsident_pdf

+ Herr Dr. Kadauke hat auf unserem Gesundheitsportal www.imedo.de schon vor längerer Zeit eine Gruppe “Suchtmedizin” für weitergehende und vertiefte Diskussion eröffnet. Daher einfach hier auf dem Blog oder in der Gruppe Beiträge bringen! (Foren sind ja bereits genügend angelegt :-)

Ich sage Danke an Herrn Kadauke! (schöner Button von bigday, aufgeschnappt bei Bernd)

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Gastbeiträge von imedo-Mitgliedern und Externen

Ankündigung:

Zukünftig gibt’s mehr Abwechslung auf dem imedo-Blog:

- Gastbeiträge von imedo-Mitgliedern, und
- Gastbeiträge von Externen zu verschiedenen Gesundheitsthemen, aber gelegentlich auch Gründerthemen

Wer Lust hat einen Beitrag zu schreiben (gerne auch andere Blogger!), kann mich ganz einfach per Email kontaktieren:

christian.lautner [at] imedo.de

Ich freu mich drauf!

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