Xinnovations Forum E-Health „Trends im Web – was bleibt vom Hype?“
Sep 22nd 2011Marketingimedo Intern & Unternehmertum & Web 2.0
Xinnovations – better by networking widmet sich auch dieses Jahr wieder der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und bemüht sich besonders im Bereich E-Health, darum „ein Podium zu schaffen für jene Vordenker, die den konservativ geprägten Gesundheitssektor in die Jetzt-Zeit pushen wollen“. Hohe Ziele in der Programmankündigung, doch zumindest der Titel der Veranstaltung ließ auch eine kritischen Blick auf den E-Health-Hype erahnen.
Wichtiges Thema im Forum war die elektronische Patientenakte im Internet, die sich immer weiter verzögernde elektronische Gesundheitskarte, Frau Dr. Wilke vom Bundesgesundheitsministerium sprach dazu, und die damit verbundene Nutzbarkeit der im Internet verfügbaren Daten für andere Anwendungen sowie die Weiterentwicklung des Internets in Richtung eines semantischen Webs und die noch brachliegenden Möglichkeiten, die sich dort bieten. Experten aus den unterschiedlichen Gebieten der E-Health-Bewegung waren im Forum auf dem Podium und im Publikum vertreten und der eine oder andere Vortrag, inklusive anschließender (leider oft viel zu kurzer) Diskussion, konnte sich wirklich hören lassen.
Was bedeutet eigentlich E-Health?
Ob nun Projekte wie Ambulanzpartner.de, ein Internetportal zur Unterstützung der ambulanten Versorgung vorgestellt von Prof. Dr. Thomas Meyer, oder das von Rüdiger Hochscheidt (Atos) vorgestellte Assignio: Beide sind Beispiele für Projekte, die auf der Erfassung und Auswertung von Patientendaten aufbauen und eine stärkere Beteiligung der Patienten in ihr Gesundheitsmanagement erreichen möchten. Beide haben zwar unterschiedliche Geschäftsmodelle, beide setzen aber auch auf mündige und aufgeschlossene Patienten und Gesundheitsinteressierte. Natürlich blieb in diesem Zusammenhang auch der Vergleich mit dem bereits wieder eingestellten Online-Patientenakten-Projekt von Google, GoogleHealth, nicht aus. Was E-Health und der ePatient eigentlich sein sollen, welche Rolle die veränderten sozialen Netzwerke für sie spielen und wie Unternehmen auch im Gesundheitsbereich das „Phänomen der Weisheit der Massen“ für sich nutzen, erklärte dann sehr bildhaft Alexander Schachinger, Gründer der healthcare42.com.
Arztsuche vs. Weisse Liste
Spannend waren die Vorträge von Christian Angele über „Lesson Learned“ nach mehr als 4 Jahren Gesundheitsportal imedo und der direkt danach folgende Vortrag von Marcel Weigand über die Weisse Liste der Bertelsmann Stiftung. Nicht nur die längere Erfahrung unterscheidet Arztsuche.de von imedo von der Weissen Liste-Arztsuche, sie unterscheiden sich auch in ihrer Herangehensweise und Gewichtung der Bedürfnisse der Patienten. Bei der Weissen Liste ist die Schwelle für den bewertenden Patienten recht hoch angesetzt: Er muss bei einer der teilnehmenden Krankenversicherungen versichert sein und seine Versichertennummer parat haben und dann 33 Fragen beantworten – als auch für den eine Arztbewertung suchenden Patienten – es müssen mindestens 10 Bewertungen vorliegen, bevor überhaupt ein Ergebnis für den suchenden Patienten einsehbar ist. Das ist bisher nur für sehr wenige Ärzte (Zahnärzte und Heilpraktiker sind noch nicht integriert) in größeren Städten möglich. Ursprünglich war die Zahl der notwendigen Bewertungen sogar höher festgelegt. imedo setzt hier ganz anders an: Die Schwelle für die Teilnahme soll möglichst gering gehalten werden. Es sollen möglichst viele Patienten Arztempfehlungen aussprechen können, damit andere sich ein stimmiges Bild machen können. Um einen Arzt empfehlen zu können, genügt es, sich mit einer gültigen E-Mailadresse einzuloggen. Datenschutz wird auch hier groß geschrieben. Jede Empfehlung wird redaktionell geprüft, Freitexte werden erst nach einer Prüfung durch Mitarbeiter freigegeben und die Ärzte über Empfehlungen informiert.
Social Media konstruktiv für Dialoge nutzen
Ermutigend waren die Ausführungen von Florian Martius, dem Direktor Kommunikation von Sanofi Pasteur MSD, zu seinem Social Media Projekt zum Thema Impfen im Dialog und bewies, dass nicht alle Pharmafirmen aus den sozialen Netzwerken flüchten. Der langsame und vorsichtig gestaltete Versuch, sich im Internet einem Dialog zu stellen, wo es von Impfgegner nur so wimmelt, hätte schon fast einen eigenen Preis verdient.
E-Health-Visionen und Projekte
Einen Preisträger unter den E-Health-Forumsteilnehmern gab es am späten Abend noch: Thilo Veil stellte seine TV’s E-Health-Vision: Wunschkonzert für meine Webgesundheit am Abend vor. Veil, der Gründer von xx-well.com, gewann mit seinem 3-Minuten-Pitch-Vortrag im Senatssaal der Humboldt-Universität einen Workshop, der seine E-Health-Vision thematisieren wird. Wir sind gespannt, was sich bis zum nächsten E-Health-Forum auf der Xinnovation sich aus diesem und anderen Visionen und Projekten entwickelt.








