Gründerwettbewerb 2011 der Wirtschaftswoche

Inzwischen das fünfte Mal verleiht die Wirtschaftswoche ihren Gründerpreis an Unternehmer, die mit ihrem seit 2009 gegründeten oder in der Gründung befindlichen Unternehmen, die Jury von ihrem funktionierendem und nachhaltigen Geschäftsmodell überzeugen können. Wir haben mit unsere Geschäftsführerin Julia Derndinger gesprochen, die seit 2009 Mitglied der Jury des Wirtschaftswoche Gründerwettbewerb ist. Ihr Hobby und die Leidenschaft haben sie 2008 das Accelerator Program für das Unternehmernetzwerks Entrepreneurs’ Organization (EO) nach Deutschland holen lassen. Alle Finalisten bekommen, sofern sie sich zu einer regelmässigen Teilnahme verpflichten, je einen Platz in diesem exklusiven Programm.

imedo: Wie wars beim Finale in Köln?
Julia Derndinger: Wir hatten diesmal sehr viele sehr gute Bewerbungen zu sichten und konnten im Finale 5 sehr unterschiedliche Ideen aber auch unterschiedliche Gründerteams begutachten.

imedo: Gab es einen Trend bei den Bewerbern? Ein Thema bei Gründungen, das diese Jahr hervorsticht?
Julia Derndinger: Nicht wirklich

imedo: Wird man sich schnell einig, wer den Preis bekommen soll?
Julia Derndinger: Obwohl wir Jury Mitglieder alle sehr unterschiedliche Hintergründe haben, unterschiedliche Erfahrungen, sind wir uns immer sehr schnell einig, wer unser Sieger ist. Gute Ideen und vor allem gute Gründer stechen immer noch mal ein bisschen mehr hervor als andere. Auch wenn die diesjährigen Finalisten alle sehr gut waren.

imedo: Wann wird der Gewinner verraten?
Julia Derndinger: Heute abend auf der Preisverleihung in München. Im Rahmen eines Galadinners. Neben der Jury und ca. 150 erfolgreichen Unternehmern und Investoren ist auch Gründer und Geschäftsführer Christian Angele mit dabei.

imedo: Was ist die Entrepreneurs’ Organization?
Julia Derndinger: EO ist ein Zusammenschluss von Unternehmern, die mind. 1.000.000 $ Umsatz mit ihrem Unternehmen machen und gemeinsam weiter wachsen wollen. Eine besonders große Rolle in unserem Netzwerk spielt der Erfahrungsaustausch und der Gruppenzusammenhalt im einzelnen Forum. Bin ich im Unternehmen als Geschäftsführerin häufig alleine mit meinen Entscheidungen, so habe ich in meinem Forum Gleichgesinnte, die mir mit eigenen Erfahrungen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

imedo: Was macht EO für die Gewinner? Welche Unterstützung bietet sie Gründern?
Julia Derndinger: Die Gewinner dürfen ein Jahr lang am Programm teilnehmen, wie alle Finalisten und wir helfen mit unseren Erfahrungen und Kontakten, aber auch  mit dem Austausch untereinander, nachhaltig erfolgreich zu werden, Arbeitsplätze zu schaffen, und die Herausforderungen als Unternehmer zu meistern.

imedo: Was bedeutet das Accelerator Programm? Und warum ist es wichtig für Gründer?
Julia Derndinger: Das Programm bietet einen vertraulichen Austausch und den Rahmen sich persönlich und unternehmerisch weiterzuentwickeln. Viele bekannte Gründer haben sich hier einen Teil ihres Schliffs abgeholt. Zum Beispiel Felix Haas von amiando, die Spickmich Gründer, die Chocri Gründer aber auch Dirk Graber von Mr. Spex hat vom Programm und seiner Gruppe profitiert. Die Einzelheiten sind bei uns aber immer vertraulich, weil wir nur so wirklich offen sein können.

imedo:  Warum setzt du dich für Gründungsthemen ein?
Julia Derndinger: Mir gefällt unternehmerisches Denken und Handeln, ich bin eine Macherin und möchte verändern und gestalten. Darum bin ich immer auf der Suche nach Gleichgesinnten und da ich gerne helfe, passt es perfekt Gründern zu helfen. Es ist einfach eine Freude und Leidenschaft für mich – kein Geschäftsmodell.

imedo: Welchen guten Tipp hast du für junge Gründer mit tollen Ideen?
Julia Derndinger: Einfach mal machen, mit so wenig Geld wie möglich einfach mal ausprobieren, wer verkauft hat recht.

imedo: Viel Spaß heut abend bei der Preisverleihung!

Die 5 Finalisten kurz und knapp:
Tamyca: tamyca heißt “take my car” und ist das erste Carsharing-Plattform für Privatpersonen. Über die Plattform können Autobesitzer mit ihrem teilweise ungenutztem Fahrzeug Geld dazu verdienen und die Mieter der Autos finden auf tamyca in ihrer Nachbarschaft günstige Fahrzeuge, ohne auf teure Mietfahrzeuge ausweichen zu müssen. Eingereicht wurde die Idee von den Tamyca-Gründer Dariusch Malekzadeh, Markus Harmsen, Justus Lauten, Andreas Krüger und Michael Minis.

Smart Hydro Power: entwickelt und produziert Mini-Wasserkraftwerke. Sie sollen sich schnell in Flüssen verankern lassen und so dazu beitragen, die Energieversorgung mit nachhaltigen Energien für kleinere Siedlungen in ärmeren ländlichen Regionen zu verbessern. Eingereicht wurde die Idee von stammt von Karl Reinhard Kolmsee, der früher bei E.ON und Arriva Deutschland gearbeitet hat und nun mit seiner Frau Ines und dem Ingenieur Matthew Oakley Smart Hydro Power aufbaut.

E-bility: nachhaltig, retro und chic – der „Kumpan electric 1954“. Der Elektroroller – außen vom 50er Jahre Design inspiriert – wird von einem modernen, leisen 2000-Watt-Elektromotor angetrieben. Hinter der Idee stecken die drei Brüder Patrik, Philipp und Daniel Tykesson, die das Unternehmen E-Bility gegründet haben.

Printr.net:Unterwegs sein und schnell am Flughafen, auf der Messe oder im Hotel mal was drucken… ohne dafür einen Copyshop suchen zu müssen oder umständlich Treibersoftware und Kabel handhaben zu müssen. Funktionieren soll das dank eines internetbasierten Druckernetzwerks von Printr.net. Die Gründer hinter der Idee: Tuan Hung Ma, Roland Derichsweiler, Daniel Kopsch und Christoph Wilke.

JPM Silicon GmbH: Mikrowellen in normalen Haushalten machen wohl Milch warm, Jan Philipp Mai kam auf die Idee mit der Mikrowelle Silizium herzustellen. Silizium ist ein begehrter Rohstoff für die Herstellung von Solaranlagen. Durch Mais Verfahren könnte dieser Rohstoff nun um bis 20% preiswerter hergestellt werden. Das Unternehmen JPM Silicon GmbH wird zusammen von Timon Kabelac und Jan Philipp Mai aufgebaut.

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