Gesetzliche Krankenkassen und ihre Patienten im Vergleich zu Privatversicherten


Gesetzliche Krankenkassen und ihre Patienten im Vergleich zu Privatversicherten oder "Zwei-Klassen-Medizin: Bald haben wir amerikanische Verhältnisse" wie es der Spiegel heute schreibt.

Ist Deutschland in Gesundheitsdingen auf dem Weg zum Zwei-Klassen-Staat? Mit einer Studie der Universität Köln ist nun wissenschaftlich bewiesen, was bisher nur vermutet werden konnte und seitens der Ärzte bestritten wurde: Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) müssen sich bei der Terminvergabe hinten anstellen. Geht es ihnen genauso?

Im Vergleich zu Patienten mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) warten Kassenpatienten (durchschnittlich drei Mal länger auf einen Termin beim Facharzt. Bei 189 Praxen im Raum Köln/ Bonn/ Leverkusen meldeten sich Mitarbeiter der Studie. Sie tarnten sich wechselweise als Kassen- oder Privatpatient und baten um eine von fünf ausgewählten Untersuchungen. Daraufhin wurde festgehalten, wie viele Werktage zwischen Anruf bis zum angebotenen Termin liegen.

Das erschreckende Ergebnis: Privatpatienten warten im Schnitt nur 11,9 Werktage und Kassenpatienten 36,7 Werktage bis zum Stattfinden des Termins. Natürlich werden auch Politiker auf derartige Meldungen aufmerksam, ein politischer Streit entfacht und es ist die Rede von „amerikanischen Verhältnissen“. Die Situation ist dramatisch, glaubt Karl Lauterbach: "Wir erleben gerade einen historischen Moment in der Geschichte der deutschen Krankenversicherung", sagt der Gesundheitsexperte der SPD.

Stellen Sie sich vor, Sie wären Arzt und Sie müssten sich zwischen Kassen- und Privatpatienten entscheiden, wobei keiner der beiden Fälle einen Notfall darstellt. Für den Patienten der Krankenkasse bekommen Sie ca. 25 bis 30 Prozent weniger. Wen würden Sie behandeln? Diskutieren Sie über ihre Erfahrungen mit der GKV oder der PKV auf imedo. Wie fällt der Vergleich aus?

Der Ärztekammerpräsident Hoppe meint, dass die gesetzlich festgelegten Honorare für die Behandlung von Kassenpatienten zum Großteil "völlig unterbewertet": "Es ist perfide, Ärzte für die Folgen staatlich vorgegebener Unterfinanzierung im Gesundheitswesen verantwortlich zu machen." Auch Lauterbach findet: Nicht die Ärzte, sondern das System ist schuld. "Es gibt nur eine Lösung für dieses Problem, gleiche Honorare für gleiche Leistung" – ob Privat- oder Kassenpatient.
Wie denken Sie darüber?

Eine Antwort

  1. Spiegel-Online: “Heiße Luft” oder “Das Geschäft mit den Privatpatienten” | Das imedo-Gesundheitsblog am 29. Juli 2008 um 10:08 #

    [...] spricht man ja von einer Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland (unter anderem auch wir, nämlich hier und hier). Der Spiegel berichtet dieses Mal über eine andere Zwei-Klassen-Medizin: Das Geschäft [...]

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