Schlaganfall – Was passiert bei einem Schlaganfall? Die Gehirnforscherin Jill Taylor erklärt in diesem Video ihren eigenen Schlaganfall

Was geht bei einem Schlaganfall im eigenen Gehirn vor? Wie fühlt man sich als Gefangener im eigenen Körper, bei Bewusstsein, aber unfähig sich zu artikulieren?

Jill Bolte Taylor ist eine US-amerikanische Neurologin und hatte die nach eigener Aussage „ so coole“ Möglichkeit selbst zu erleben und zu spüren, was sich viele Neuroanatomen wünschen würden: Sie wachte eines Morgens auf und realisierte, dass sie einen massiven Schlaganfall hatte.

Als sie bemerkte, wie ihre Hirnfunktionen eine nach der anderen aussetzten – ihre Motorik, ihr Sprachvermögen, ihre Fähigkeit Sprache zu verstehen – studierte sie jeden einzelnen Moment und erinnerte sich später daran.
Im Video schildert sie detailliert und eindrucksvoll die Degeneration einer erwachsenen Frau zurück zu den Fähigkeiten und dem Vermögen eines Kleinkindes.

Anschaulich erklärt die Forscherin anhand eines echten menschlichen Gehirns die Aufgaben der linken und der rechten Gehirnhälfte. Denn ständig und ununterbrochen wandern unzählige Informationen durch unser Sinnsystem zur rechten, in Bildern denkenden Gehirnhälfte und sagen uns, wie dieser spezielle Moment jetzt grade schmeckt, wie er riecht, wie er aussieht, wie er sich anfühlt und anhört. Die linke Hirnhälfte denkt linear und methodisch und ist dazu designt, aus dieser riesigen Kollage der momentanen Sinneseindrücke Informationen heraus zu greifen, zu organisieren und zu ordnen und mit all dem zu vergleichen was wir in der Vergangenheit seit unserer Kindheit gelernt und erfahren haben. Dann projeziert es aus dieser Datenflut in Sekunden alle eventuellen Möglichkeiten für die Zukunft.

Am Morgen der Apoplexie würfelte ihr Gehirn all das durcheinander.

Jill Taylor wachte am Morgen des 10. Dezember 1996 auf und spürte hinter ihrem linken Auge einen pochenden, stechenden Schmerz – so als ob sie viel zu schnell viel zu viel Eiscreme gegessen hätte. Vorerst ignorierte sie den Schmerz und begann ihre morgendliche Routine. Sie schwang sich auf ihren Hometrainer und wollte mit dem Rudern beginnen. Verwundert stellte sie fest, dass sie die Hebel nicht richtig greifen konnte. Sie sah ihre Hände wie urzeitliche Klauen und war nicht im Stande sie wie gewohnt zu kontrollieren. Verwundert, aber immer noch nicht der gefährlichen Situation bewusst, stolperte sie langsam durch das Wohnzimmer in ihr Bad.

Was dann dort passierte, erklärt Jill sehr illustrativ und bildreich in dem Video.

Sie brauchte mehr als acht Jahre, um sich vollständig von diesem Schlaganfall zu erholen.

3 Antworten

  1. Sieht komisch aus, ist aber gefährlich am 2. Mai 2008 um 17:41 #

    [...] das Rauchen, welches ich noch immer erfolgreich bekämpfe. interessante Blogs sind hier z.B.: Imedo, DZKF, Malenas Welt Tags: · Apoplex, Erste-Hilfe, medizinischDu bist der 1. Leser dieses [...]

  2. Cedric May am 8. Mai 2008 um 18:37 #

    Der Beitrag war wirklich gut. Einer von denen, die wirklich richtig, richtig anschaulich waren.

    Wenn alle Präsentationen bei Konferenzen so spannend wären… Hui, hui, hui…

    Grüße,
    Cedric

  3. Sieht komisch aus, ist aber gefährlich | Bootreisestab am 19. November 2009 um 14:28 #

    [...] Blogs sind hier z.B.: Imedo, DZKF, Malenas [...]

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