Teil II: Gründerfragen – Mitarbeiterhandbuch für StartUps
25. Juni 2007Christian LautnerGründerfragen, Unternehmertum & Web 2.0
Wir haben reichlich vom Austausch mit anderen Gründern gelernt!
Daher stelle ich im zweiten Teil der Gründerfragen einfach unser Mitarbeiterhandbuch zur Verfügung. Mag dem einen gerne rein, v.a. weil wir Vision und Mission zentral formuliert haben und jeder Mitarbeiter klare Orientierung hat.
Also: Fleißig runterladen und kommentieren!
- Wie macht ihr das in Euren StartUps?
– Welche Anmerkungen habt ihr dazu?
- Gibt’s irgendwelche rechtlichen Angriffspunkte?
- Wo seht ihr Verbesserungspotantial?
- @Mitarbeiter in StartUps: Was denkt ihr, wenn ihr so ein Handbuch lest?
–> Vielleicht bekommen wir ja ein “Standardwerk” hin und Gründer müssen nur noch die für sie spezifischen Teile wie Vision und Mission sowie Ansprechpartner einbauen!
Hier der Link zum Download – ich freue mich auf die Weiterentwicklung!
Textversion schicke ich gerne zu: einfach Email an christian.lautner [.at,] imedo.de
P.S.: Am Donnerstag können wir auch im Barcast darüber diskutieren (organisiert von Ortwin Kartmann und moderiert von Timo Heuer)

Ronald am 25. Juni 2007 um 17:09 #
Strange und ganz schön traditionalistisch. Ich würde mir nach dem Lesen überlegen, ob ich die richtige Firma gefunden habe oder nicht doch in einer Behörde gelandet bin.
Hängt aber natürlich vom der Art der Mitarbeiter ab.
Stefanie am 25. Juni 2007 um 18:16 #
Dito, wäre mir zu restriktiv. Wenn sich solche Abläufe aus dem Mitarbeiterverhalten heraus ergeben, ist das ok, vermutlich auch für ein 300 Mann Unternehmen, aber so….nüscht für mich.
Denis am 25. Juni 2007 um 20:27 #
Also ich finde das Handbuch gut.
Ich arbeite ebenfalls in einem kleinen Unternehmen, – das selbe gilt dort auch bei uns… naja, außer dass die Regelarbeitszeit erst 2 Stunden später anfängt. Für mich als Entwickler seeeehr angenehm!
Eine Anmerkung habe ich aber:
Nach dem Wort Geld das “, oder dem” ist überflüssig.
Seite 10, Abschnitt Verhaltensstandarts, erster Punkt
… ich glaube, da ist der Satz ein wenig verrutscht.
lg,
Denis
christian.lautner am 25. Juni 2007 um 21:13 #
Danke für die Anmerkungen!
“normale Arbeitszeit 8-18 Uhr” sagt einfach aus, wann die Regelarbeitszeit ist – so wie überall sonst halt auch. 8 Uhr ist aber kein Pflichtarbeitsbeginn, keine Sorge, dafür sind wir zu IT-lastig
Übrigens haben wir ganz zu Beginn ALLE erst um 9 Uhr angefangen und das später geändert, da einige von uns Frühaufsteher sind und lieber schon um 8 Uhr anfangen wollten, um dann auch früher wieder zu Hause zu sein… Das hat sich so entwickelt.
Ich denke, dass das grundsätzlich gilt:
Ein junges StartUp wie imedo entwickelt und verändert sich auch mit der Zeit und mit den Menschen, die bei imedo arbeiten. Vor einiger Zeit war ein Bekannter bei uns und hat die Stellenausschreibung “Unternehmer gesucht” (einer der ersten Beiträge dieses Blogs) gesehen und nur den Kopf geschüttelt. Dann hat er gemerkt, dass alle im Team die Ausschreibung klasse fanden und sie eben zu den derzeit bei imedo arbeitenden Menschen passt.
Letztlich kommt es immer auf die Interpretation und Umsetzung in der Praxis an und da glaube ich, dass wir von der doch teilweise sehr strikten Formulierung im Handbuch eine gesunde Mitte für das tägliche Leben gefunden haben.
Freue mich auf weitere Anmerkungen!
Stefan Schneider am 26. Juni 2007 um 00:26 #
Ich bin beeindruckt. So ein umfangreiches Werk habe ich nur in einem 10.000 Mitarbeiter starken Konzern kennen gelernt. Für einen StartUp halte ich das Ganze für: “Mit Kanonen auf Spatzen geschossen.”
Die Frage die ich mir bei so etwas immer stelle: “Wissen die Menschen nach einer Woche noch was da drin steht?” Viele Dinge klären sich im Alltag und in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Und vieles ändert sich im Laufe der Zeit.
Etwas heftig finde ich z.B. den Punkt mit dem Malzeiten: “Bitte sprich Deine Pausenzeiten mit Deinem Ansprechpartner und gegebenenfalls
mit Deinem Team ab. Täglich steht Dir eine Stunde Pause zur Verfügung.
Traditionellerweise essen alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit nach dem täglichen Meeting.”
Das ist sicher alles richtig, aber in einem guten Arbeitsklima muss so etwas nicht vorgegeben werden. Als Beispiel aus dem Handbuch des Konzernes, den ich leider kennen lernen durfte, stand sinngmaäß in einem dieser Handbücher: “Essen nur währen der Pausen!” Dreimal dürfen alle raten, wie viele sich daran hielten.
Ich denke Regeln sind gut und richtig, aber in der passenden Anzugsgröße.
Ich bin auch StartUp und bis zu meinem ersten Mitarbeiter vergeht sich noch etwas Zeit. Aber definitv werde ich nicht so ein umfangreiches Handbuch haben. Ich habe gelernt, Mitarbeitermotivation kommt eher durch ein gutes Arbeitsklima. Da spielen Handbücher eine Nebenrolle. Zu enge Vorgaben behindern die Kreativität der Mitarbeiter.
Herzliche Grüße
Stefan Schneider
Jochen am 28. Juni 2007 um 23:57 #
Ihr seit ja ein heißer Verein, aber das sieht man ja schon bei den originellen Selbstbeschreibungen auf der ÜberUns-Seite. Klar, dass man sich da nach der Gründung erst mal Zeit nimmt, ein Grundlagenwerk zu schaffen, welches den Weg zur Weltherrschaft ebnet. Schon Benedikt XVI hat diesen Erfolgsfaktor erkannt und seine Enyklika schlug ja auch ein wie eine Bombe; seitdem kann er durchregieren wie unsere Koalition in ihren feuchtesten Träumen. Also prinzipiell ein hervorragender Schritt und ihr habt auch genau das richtige Abstraktionslevel gewählt.
Dias Papier könnte schlüssiger nicht sein. Vision: Erste globale Fundstelle für “Betroffene” von Gesundheitsfragen sein, die für “positives Denken” steht. Ein wesentlicher Wert ist die Beantwortung aller Anfragen in 24 Stunden, zusammen mit der täglichen Synchronisierung ist die Unternehmensleitlinie unter “Vision, Mission, Werte” prägnant und für jeden greifbar für die Ewigkeit formuliert.
Sehr greifbar auch die Tipps&Tricks für den neuen Mitarbeiter: “Traditionellerweise” handelt es sich nämlich um ein sehr dynamisches Unternehmen, in dem täglich neue Dinge passieren. Aber das Meeting ist jeden Tag und zwar mittags. Wenn es regnet, bitte sofort anrufen, das ist nämlich “Teil unserer Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit”. Der Urlaub ist zum “Entspannen des Mitarbeiters” vorgesehen, also bitte keinen Tennisarm riskieren! Gleichbehandlung aller Mitarbeiter ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern zusätzlich ein besonderes Anliegen von imedo, dafür darf man als Ossi-Frau schon mal extra danke sagen! Medikamentenmissbrauch ist natürlich verboten, auch wenn man nur dieses neue SMS-Tool testen möchte. Oder sich mit anderen “Betroffenen” positiv denkend zu diesem Gesundheitstrend im Forum austauscht. Apropos positiv denken: Verboten ist, Besorgnis am Arbeitsplatz hervorzurufen! Darum: Bitte an die Tür klopfen, bevor man reingeht. Eingehende Telefonate bitte auf die Pausen legen (also mittags nach dem Meeting). In den Pausen kann auch mit dem Handy rumgespielt werden, sonst nicht. Insbesondere niemals Klosprüche abfotografieren oder beim Kacken Spiegel Online lesen.
Jochen am 29. Juni 2007 um 00:49 #
Ach so: “@Mitarbeiter in StartUps: Was denkt ihr, wenn ihr so ein Handbuch lest?”
Als Entwickler frage ich mich wie man da ordentlich arbeiten soll wenn es schon zum Installieren von Software so viele unnötige Regeln gibt. Darf man nur auf chip.de nach Eclipse-Plugins suchen?? Wenn ich mich gemäß Handbuch professionell verhalten soll, kann ich das Handbuch nicht befolgen.
christian.angele am 29. Juni 2007 um 10:07 #
Hi Jochen,
bist du die Susi von Herzblatt – würde jedenfalls perfekt passen. Bin begeistert von deinen literarischen Fähigkeiten. Weiter so! Könnten wir dich als Pressesprecher einstellen? Na ja, wir überlegen uns aufjedenfall noch ein paar Kracher für dich – besuch uns doch gerne mal wieder. Dein Chris
christian.angele am 29. Juni 2007 um 10:07 #
P.S.: Du solltest nicht immer alles für bare Münze nehmen!
thomas.kadauke am 30. Juni 2007 um 17:36 #
@Jochen: Bist Du in einem Startup? Warst Du schon mal in einem? Hast Du mal gegründet? Hattest Du schon mal Angestellte? Lass mich das mal für dich beantworten: nein, nein, nein, nein. Denn wenn eine dieser Antworten “ja” gewesen wäre, würdest Du wissen, wie wichtig die Vision, Mission und die Leitlinien in einer Firma, besonders in einem Startup sind; nicht für die Mitarbeiter, die machen eh was sie wollen. Aber für den/die Geschäftsführer. Schon mal dran gedacht, dass wir 4(!) Geschäftsführer uns in der Mitarbeiterführung vielleicht synchronisieren müssen? Immerhin korrekt erkannt: Arbeitsklima ist wichtig. Aber es gibt nichts schlimmeres für das Arbeitsklima, als unterschiedliche Behandlung von 2 oder mehr Chefs. Damit sowas nicht passiert, haben wir dieses Mitarbeiterhandbuch. So einfach ist das.
Btw, ich bin Programmierer und kümmere mich normalerweise einen Dreck um Regeln. Ich komme und gehe wann ich will und ich mach Pause wann’s mir passt. Aber wenn’s um Gleichbehandlung von Mitarbeitern geht, dann hört der Spaß auf.